Endlich war es so weit: Besuch bei meiner Partneragentur Catchword in Oakland, Kalifornien. Es waren vier sehr angenehme und produktive Tage des Austauschs und der Planung unserer weiteren Zusammenarbeit. Natürlich waren auch ausgiebige Supermarktbesuche angesetzt, deren Ergebnisse in den nächsten Beiträgen dargestellt werden. DANKE für die Gastfreundlichkeit und die grandiose Zeit, hoffentlich auf bald in München! „Endlich: Besuch bei Naming-Partner Catchword in Oakland“ weiterlesen
Vorlagen für Websites auf www.wix.com
Fremdsprachliche Fehlbedeutungen sollten sehr vorsichtig bewertet werden. Die Frage, ob ein Desaster vorliegt oder etwas Vernachlässigbares ist oft gar nicht so einfach zu beantworten. Insbesondere wenn Produkte nur auf ihren Heimatmärkten verkauft werden, wie z.B. der Nissan Laputa in Japan, ist Kritik nicht immer angebracht, selbst wenn es bessere Lösungen geben mag. Auch der legendäre Pajero kann kaum als dramatische Illustration dienen, zumal er ja nie in Spanien mit diesem Namen auf den Markt gebracht wurde, „Vorlagen für Websites auf www.wix.com“ weiterlesen
Instant Messaging App mit Namen Telegram
Durch die Nachricht vor ein paar Tagen, dass beim Instant Messaging Dienst Telegram – der open source Alternative zur Konzernapp What’s App – 15 Millionen Telefonnummern geklaut bzw. identifiziert worden sind, wurde ich auf den Namen aufmerksam.
Telegram oder Telegramm, das klingt schon sehr old school für einen App-Namen. Da wird im Projekt wohl ein über 30-jähriger (optimistisch, real wohl eher >40) gesessen haben und diese Analogie gezogen haben. Denn das Telegramm stand ja immer für eine sehr fixe Nachricht, zu damaligen Zeiten war „schnell“ ungefähr das, was heute „sofort“ ist. „Instant Messaging App mit Namen Telegram“ weiterlesen
Fast ein lustiges Wording: „Keine Roaming“
Erst denkt man, oha, was für ein progressives Wording.
Dann überlegt man, ob hier vielleicht die Zielgruppen aus den ganzen Flaggenländern speziell angesprochen werden sollen.
Und am Ende erkennt man, dass es wahrscheinlich bloß ein Schachzug des Grafikers gewesen ist: „Fast ein lustiges Wording: „Keine Roaming““ weiterlesen
SEAT Ateca – erfolgreicher Namenstest für City-SUV
Neue Früchte der Zusammenarbeit mit meiner Partneragentur Nombra in Barcelona: Der SEAT Ateca ist da!
Überall kann man ihn sehen, den Ateca von SEAT. Das neue City-SUV wird dieser Tage im deutschen Markt eingeführt und macht viel Wirbel. Was SEAT da auf die Räder gestellt hat, erfährt einige Hochachtung – zumal zu diesen Preisen.
Was war mein Anteil an diesem Projekt? Die Agentur Nombra in Barcelona hat den Namen Ateca entwickelt und auch einen europäischen Namenstest konzipiert. Die Adaption des Testes für den deutschen Markt, die Durchführung und die Auswertung lagen in den Händen der Namensentwicklung Werner Brandl.
Bairisch schöner schimpfen – Schimpfworte für Anfänger und Kenner
Viele Menschen aus anderen Gegenden ziehen nach Bayern. Natürlich kommt man dann gut mit Deutsch / Hochdeutsch zurecht. Aber man kann seinen Wortschatz ja auch erweitern. Die Ursprungsbayern unter den Lesern können sich wehmütig erinnern. Ich habe darauf geachtet, klanglich besonders ansprechende Repräsentanten mit Fokus auf Oberbayern auszuwählen. Voilà:

- Loamsiada: langsamer, schwungloser Mensch – Schlaffi
Übertragung ins Hochdeutsche: Leimkocher - Ruach: geiziger, geldgieriger Mensch
Übertragung ins Hochdeutsche: schwierig, hat mit dem Ruch zu tun - Roozbibbm: Rotznase, traditionell gern für kleine Mädchen verwendet
Übertragung ins Hochdeutsche: Rotznase - Bazi: Durchtriebener Mensch, teilweise auch bewundernd verwendet
Übertragung ins Hochdeutsche: schwierig, Kürzung aus Lumpazius - Zwiderwurzn: Unausstehlicher, übellauniger Mensch, oft Frau oder Kind
Übertragung ins Hochdeutsche: Ärgerwurzel - Beitlschneider: Jemand verlangt für eine Leistung unverschämt (zu) viel Geld
Übertragung ins Hochdeutsche: Beutelschneider - Depp: Idiot, Einfaltspinsel auch zur Eigenkennzeichnung gern verwendet
Übertragung ins Hochdeutsche: schwierig, aber mit täppisch verwandt - Gschwoischädl: Aufgeblasener Kerl, der meint, er wäre was ganz Besonderes
Übertragung ins Hochdeutsche: Schwellkopf - Lapp: Mensch, der sich alles gefallen lässt
Übertragung ins Hochdeutsche: Läppisch - Siebngscheit: Wichtigtuerische, neunmalkluge Person, die nervt
Übertragung ins Hochdeutsche: Neunmalklug
Dank für Inspiration und Information geht wieder an Franz Ringseis für sein „Neues Bayerisches Wörterbuch“ und an Ludwig Zehenter für „Bairisches Deutsch“.
PS: Die Übertragungen ins Hochdeutsche sind natürlich oft nur vage Annäherungen.
My Sissi Time – lustiger Deutsch-Englisch Kuddelmuddel
Da sich Austrian Airlines / my Austrian tatsächlich auch an englischsprachige Menschen mit den überall in München präsenten Plakaten richtet, ist ein kleines Schmunzeln nicht ganz zu vermeiden. Denn die österreichische Kaiserin Sissi ist im Englischen als „sissy“ eine kleine Heulboje, oder wie die Gebildeten sagen würden, arg larmoyant. Welcher Tourist wäre das nicht auch mal gern – imperial weinerlich in Wien.

PS: „Imperiales Wien“ ist eine sehr witzige Formulierung. Quasi royal getextet.
Was ist die Bedeutung von „Herzhaft Mild“?
Was ist herzhaft mild? Was bedeutet das? Es ist eine Bezeichnung, die mir schon öfter aufgefallen ist, und die ich noch nie verstanden habe. Eine herzhafte Milde – was könnte das sein? Werfen wir einen genaueren Blick darauf.
Im Kaffeeregal von Tchibo im Supermarkt begegnet einem die Sorte „Tchibo Herzhaft Mild“.

Aber auch im Rewe auf der Dose Kidneybohnen der Linie „Rewe Beste Wahl“ findet man die Bezeichnung – mit Bindestrich. Und ein Blauschimmelkäse aus Dänemark macht auch mit: „herzhaft-mild”. Grundsätzlich ist das Attribut „herzhaft“ eher in der salzigen Geschmackswelt zu Hause.
Schauen wir gleich noch „mild-würzig“ an. Kerrygold Original Irischer Kildery ist „mild-würzig“, so wie auch der Landschinken von Abraham. Der Burlander von Milram ist natürlich auch „mild-würzig“, ebenso der Bresso, der Saint Albray, der deutsche Spargel im Glas von Feinkost Dittmann, der irische Cheddar von Kerrygold, und sogar die Fetakopie von Patros.
Was sagen uns „Herzhaft Mild“ und „mild-würzig“ über die Produkte, vor allem aber über ihre Käufer? Wir könnten tiefenpsychologische Interviews machen, aber wir kürzen das jetzt ab. Befragt werde nur ich selber. Die Namen sagen uns, dass Menschen sich schwer entscheiden, aber auch, dass der Konsument immer öfter mehr will: Mehr als 1, und so auch mehr als einen Geschmack. Ein milder Kaffee ist – zu mild. Ein kräftiger Kaffee ist – zu kräftig. Ein geschmackvoller Käse – puh, zu kräftig. Ein geschmackloser – auch irgendwie fad. Die Lösung: beides zusammenspannen, mehr Zielgruppen erreichen, von mild bis herzhaft oder würzig, und alles dazwischen, also quasi drei auf einen Streich.
Das funktioniert natürlich nur gut bei etwas so vagem wie Geschmack. Bei konkreten und vor allem absoluten Produktangaben wird das Zusammenspannen von Gegensätzen schon eine rechte Herausforderung – und das für alle Beteiligten. Man stelle sich nur vor:
- Wein Rot-Weiß
- Joghurt mit wenig / viel Fett
- Salami saftig-trocken
- Paprikachips klein-groß
Konsistenzbeschreibungen dagegen sind durchaus gut vorstellbar und vielleicht sogar ganz spannend, zumal bei vielen Produkten ja mehrere Texturen auftreten:
- Baguette knusprig-weich
- Fruchtjoghurt cremig-stückig
Mal sehen, was da noch auf uns zukommt.
PS: Die Auflösung zur Bedeutung von „Herzhaft Mild“ ist übrigens ganz einfach und viel weniger strategisch. In diesem Kaffee sind zwei verschiedene Kaffeesorten gemischt, eine kräftige und eine milde. Und Begriffe wie „mittel“, „classic“ oder „durchschnittlich“ wollte man wohl vermeiden. Hätten Sie’s geahnt? Zum Glück ist aber nicht alles logisch in unserer Welt und in unserem Kopf, und deshalb kann der Name, so widersprüchlich er auch sein mag, in der Praxis funktionieren.
Die Feldnüsse – Umbenennung von ???
Da soll noch einer sagen, mit deutschen beschreibenden Begriffen könne man nix machen. Ich hatte ja schon über Foidhendln berichtet und über andere mehr oder weniger verschleiernde Begriffe in der Kulinarik, aber nun ist mir etwas Bemerkenswertes im Biomarkt untergekommen: Feldnüsse.
Feldnüsse kennt man so natürlich nicht, aber sie klingen bodenständig und naturnah, fast wild. Außerdem sind Nüsse ja per se hochwertig. Kurioserweise handelt es sich bei den Feldnüssen einfach um eine Umbenennung der Sojabohnen, wie es im englischsprachigen, kleingeschriebenen Untertitel auch heißt. Vielleicht verkaufen sie sich so ja besser.
Assoziationsstarke Liedtitel, die Bilder erzeugen
Heute mal was eher Zeitloses: schöne, faszinierende, kreative, assoziationsstarke, herausfordernde, rätselhafte Liedtitel. Nicht alles neu, nicht alles alt, eine gesunde Mischung. Bei jedem Betrachter / Leser sollten Bilder erscheinen ohne weitere Manipulation / Stimulation des Gehirns:
1. Wighnomy Brothers: Guppypeitsche
2. Dominik Eulberg: Im Gasthaus zum satten Bass
3. Extrawelt: Im Garten von Eben
3. Microtrauma: Olivenkernkomplex (EP)
4. Max Cooper: Fluid Landscapes
5. Robag Wruhme: Wuzzelbud KK
6. Aphex Twin: Windowlicker
7. Plaid: Eyen
8. Mathew Jonson: Folding Space
9. Gabriel Ananda: Ihre persönliche Glücksmelodie
10. Patrick Chardronnet: Eye by Day
Ich finde ja das Deutsche berührender als das Englische – aber das ist sicher subjektiv.


