Italienisch? Deutsch? Legal? Illegal?

Eine große Kunst im Naming ist ja, etwas so anzudeuten, dass es wahrgenommen werden kann, ohne rechtliche Schwierigkeiten zu bekommen. Dass es zwar wahrnehmbar, aber eben nicht so falsch oder irreführend ist, als dass es unzulässig wäre. Das perfekte Spielfeld hierfür ist Italienischheit, also das Schaffen einer italienischen Stimmung, ohne gleich zu behaupten, etwas sei Made in Italy.

Wir wissen es alle – italienisches Essen ist entweder super oder das Beste der Welt, da gibt es keine Diskussionen in Deutschland. Was liegt da näher, als Lebensmittel möglichst italienisch wirkend zu bezeichnen, auch wenn sie in Deutschland von einem deutschen Unternehmen hergestellt werden? Das klingt doch aussichtsreich und verführerisch. Für die Namensfindung gibt es grob 4 Pfade und Grade der Italienischheit: „Italienisch? Deutsch? Legal? Illegal?“ weiterlesen

Qualitätssiegel: Wie sich das Reinheitsgebot von FRoSTA langsam durchgesetzt hat

Mit Sprache Gedanken lenken und die Marke gestalten

Das ist die Idee von Verbal Branding. Ein schönes Beispiel ist das Strohschwein. Eine besonders gelungene sprachliche Lösung in Kombination mit der Wirklichkeit ist das Reinheitsgebot von FRoSTA. Wenn Sie es noch nicht kännten, was würden Sie sich vorstellen? Wohl auf jeden Fall etwas Sauberes, Reines. Letztlich ist der Begriff vom Bier bekannt und vertraut. Drogen sollten sauber sein, das war schon früher so. Das ist sicher besser als gepanscht, gestreckt oder verunreinigt. „Qualitätssiegel: Wie sich das Reinheitsgebot von FRoSTA langsam durchgesetzt hat“ weiterlesen

Ein neuer Name für die Bundeswehr

Manchmal muss man einfach umbenennen. Das ist ein hoher Aufwand, und es ist definitiv nicht das, was man jeden Tag machen mag, aber es kann tatsächlich notwendig sein. Dann muss man einen neuen, einen besseren Namen finden, der für das Veränderte oder das angestrebte Neue passt. Schauen wir uns so eine Situation mal exemplarisch an. Unser Exempel soll etwas sein, das jeder kennt, und zu dem jeder eine Meinung hat. Es ist die Bundeswehr:

Bundeswehr „Ein neuer Name für die Bundeswehr“ weiterlesen

Exkursion: Marken in Aserbaidschan

Je fremder das Land, desto spannender die Namen. Heute in der Reihe „exotische Märkte“ ein paar Souvenirs aus Aserbaidschan. Dort gibt es viele verschiedene Marken und westliche Marken wie Boss oder Lacoste sind präsent, auch wenn teilweise schwer zu unterscheiden ist, welche Läden und welche Ware nun „echt“ sind und welche nicht. In einem Land, in dem jeder eine The-North-Face-Jacke trägt, deren Originalgegenwert „Exkursion: Marken in Aserbaidschan“ weiterlesen

Das Beispiel Thomas Müller – Namen und Marketing

Eigenbezeichnungen sind die perfekte Möglichkeit, das Bild, das andere von einem haben, zu lenken, also im positiven Sinne zu manipulieren. Wer ein Produkt auf den Markt bringt, der muss sich entsprechend überlegen, als was es bezeichnet werden soll, völlig unabhängig von irgendwelchen Marken- oder Herstellernamen. Und auch unabhängig davon, ob man es schafft dies durchzusetzen – denn manchmal macht der Markt nicht mit.

Beispiele für Produktbeschreibungen bzw. Eigenbezeichnungen

Ein Beispiel: Eine neue Wurst mit Reiskomponenten, die sehr typisch wurstig schmeckt, aber fast kein Fett enthält. Wie heißt so etwas? „Das Beispiel Thomas Müller – Namen und Marketing“ weiterlesen

BMW Vision Neue Klasse – Rückblick auf die Zukunft

Wie viele Klassen gibt es?

Im Automobilbereich kennt man eine Menge Klassen. Ich bin kein Kenner, aber selbst mir fällt sofort die C-Klasse – und die E-Klasse – und die S-Klasse von Mercedes ein. Sie sehen schon, ich bin nicht mehr 20. Dann gibt es außerdem noch „natürliche“ Segmente und Kategorien bei Autos, zum Beispiel die Kompaktklasse, die allerdings mittlerweile ausgestorben ist.

Nun hat BWM im September 2023 eine neue Studie enthüllt, und diese heißt „BMW Vision Neue Klasse – Rückblick auf die Zukunft“ weiterlesen

Das Tempolimit – die Lösung ist so einfach

Das Tempolimit, die arme Sau. Unsere Zeit hat viele ungeliebte Begriffe: Wärmepumpe, Energieeffizienz, Klimakleber, CO2, Klimaerwärmung. Der mit den wenigsten Freunden (oder zumindest denen, die am lautesten schreien) ist aber definitiv das Tempolimit. Und das zu Recht.

Kurz zu den Fakten: Eine Beschränkung der Geschwindigkeit auf deutschen Autobahnen auf 100 km/h hätte folgende Auswirkungen:

  • Längere Reisezeiten, was aber nach Größenvergleich USA-D tragbar erscheint
  • Weniger Unfälle
  • Ca. 30% weniger Spritverbrauch und analog auch CO2-Ausstoß
  • Niedrigere Spritkosten, wiederum ca. 30% für die Autofahrer
  • Entspannteres und stressfreies Reisen
  • Gravierendste Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit

Mehr dazu findet man hier. Fun Fact: Führen alle nur noch Tempo 100 auf der Autobahn, hätte das den Effekt enorm vieler ausgetauschter Heizungen. Aber natürlich um den Preis des volkswirtschaftlichen Suizids: keine neuen Autos, keine neuen Heizungen, kein Verschrotten, weniger Benzin. Die Leute hätten auch noch einfach mehr Geld. Manche aber auch keine Arbeit mehr. Geht so nicht. Neben diesem wirklich guten Grund gibt es noch ein anderes Hemmnis für die Sache: Nein, nicht die FDP, nicht der ADAC, es ist unsere Sprache. Eine Umbenennung wäre der Schlüssel. „Das Tempolimit – die Lösung ist so einfach“ weiterlesen

„Die Mannschaft“ wegen Umbenennung schlechter geworden?

Durch die Umbenennung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 2015 in „Die Mannschaft“ ist die Erfolglosigkeit gekommen. Nach diesem Muster wird heute oft argumentiert: ein kausaler Zusammenhang wird hergestellt, wo keine Korrelation besteht, sondern einfach zwei Phänomene gleichzeitig auftreten. Kann man machen, ist aber trotzdem falsch.

Dennoch – die Frage nach der Umbenennung, ihrem Grund und ihren Folgen, ist interessant. „„Die Mannschaft“ wegen Umbenennung schlechter geworden?“ weiterlesen