Die Früchte der ersten Zusammenarbeit mit Audi: Schon im März wurde das neue Antriebskonzept „g-tron“ auf der Messe in Genf vorgestellt.
Mancher mag sich noch an den Audi e-tron erinnern (übrigens ein tolles Beispiel für hysterisches und inkompetentes Bashing durch die Presse), dessen Kern ja elektrischer Antrieb war. Beim „g-tron“ ist nun alles anders, denn er fährt mit Gas aus Windkraft. Gleichzeitig hat das Auto, zunächst ein A3 Sportback, auch einen Benzintank an Bord, und kommt mit dieser kombinierten Treibstoffnutzung auf eine bemerkenswerte Reichweite. Der Motor ist natürlich so modifiziert, dass er beides essen kann, Gas und Benzin.
Was war nun mein Anteil an diesem Projekt? Der Name kam von Audi, ich habe den Namen in einer Vielzahl von Sprachen und Märkten auf Assoziationen, ähnliche Begriffe und Konzeptadäquanz überprüft (Namenstest).
Viel Erfolg mit dem Modell, wenn es Ende des Jahres in den Autohäusern steht!
Neue Kampagne für eine neue Marke von Ewald Schillig. Die Marke heißt, aufgepasst: Brand. Richtig, eine Marke, die Marke heißt. Das ist so simpel, dass es fast schon wieder genial ist. An dieser Stelle eine Gratulation zur Eintragung dieser Marke, das hätte man im Markenamt sicher auch anders sehen können …
Wer ist dieser Ewald Schillig?
Ein Markenhersteller edler und qualitativ hochwertiger Möbelstücke, und er will mit der neuen ‚Brand‘ wohl ein jüngeres Publikum ansprechen. Die Kampagne ist barock-chic inszeniert und überzeugt mit satten Farben. Die Sofas und Sessel geraten in expressiver Zirkus-Atmosphäre fast in den Hintergrund. Aber die Bilder bleiben im Kopf. QR-Codes in der Broschüre zeigen, dass sich die Kampagne an eine medienaffine Zielgruppe richtet, die mit dem Internet vertraut ist.
Was genau bezweckt Ewald Schillig mit der neuen Subbrand „Brand“?
Jung soll sie sein, die Brand, kosmopolitisch vielleicht, edel, modern. Auf Anfrage erklärt der Marketingleiter, man habe mit der Ewald Schillig Brand, „nach einer Möglichkeit gesucht, einen neuen Kollektionsbaustein zu etablieren, der den gelernten Namen Ewald Schillig aufgreift und darüber hinaus eine Neuigkeit verspricht.“ Und das eben durch den unkonventionellen Markennamen „brand“.
Lässt sich nur hoffen, dass die Auffrischung der alten Brand durch die neue Brand gelingt. Ein auf jeden Fall spannendes Konzept.
Vielen Dank an Ewald Schillig für die Bilder!
Und herzlichen Dank an Niki Reimann für Recherchen und Mitarbeit am Artikel!
Mit Brise konnte man sich auch ohne Lüften ein angenehmes Zuhause bescheren. Egal ob im Wohnzimmer, in der Küche oder im Bad. Brise sorgte mit seinen Produkten immer für frischen Wind auch in stickigen Räumen – und das seit Anfang der 80er Jahre. Ab Ende dieses Jahres heißt Brise aber Glade.
Vor dem NamenswechselWährend des Namenswechsels
Als Nachfolger von Brise gehört Glade zur SC Johnson Gruppe, die unter diesem Namen weltweit Artikel rund um das Thema Lufterfrischer vertreibt. Nachdem jahrelang für eine frische Brise gesorgt wurde und sich der deutsche Markenname etabliert hat, setzt SC Johnson jetzt auf die Kernmarke des Konzerns. Eine solche Ausnahme, nicht von Anfang an mit der Original-Marke zu werben, gab es bisher bei Glade nur ein Mal: in Brasilien. Hier wurde die Marke – aufgrund der Schwierigkeiten mancher Brasilianer mit englischen Begriffen – unter dem Namen Gleid verkauft. Aber nur so lange, bis die Marke von den Konsumenten angenommen war und korrekt ausgesprochen wurde. Heute läuft der Vertrieb dort ausschließlich unter Glade. Die Umbenennung war erfolgreich, der Namenswechsel sinnvoll, da effizient.
Vielleicht wurde für den deutschsprachigen Raum eine ähnliche Problematik angenommen. Zumal ja selbst Kenntnis von der Bedeutung des englischen Wortes ‚glade‘ nicht vor Verwirrung schützt. Letztendlich folgt SC Johnson aber einfach einem Trend, der nun selbst den Lufterfrischermarkt erreicht hat: Internationalisierung des Markennamens. Große Marken wie Febreze und Airwick haben die Namenswechsel bereits vorgemacht. Wollen wir hoffen, dass sich die Leute schnell an die neue Brise gewöhnen.
Vielen Dank an Natja Henkenjohann von Edelman für Bildmaterial und Informationen!
Nun ist die neue Produktlinie von BORA endlich der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Es ist – wieder einmal – eine kleine Revolution. Ein Bild sagt hier mehr:
So sieht es also aus, das neue Kombinationskochfeld. Es integriert ein Induktionskochfeld und einen Kochfeldabzug. Ja, dieser Kreis in der Mitte, das ist quasi die Dunstabzugshaube, nur etwas weniger raumfüllend konzipiert.
Sie fragen sich vielleicht, ja schön, aber was hat das hier im Blog der Namensagentur zu suchen?
Die Antwort ist ganz einfach: weil ich am Namen Basic beteiligt war. Die beiden anderen Produktlinien von Bora heißen ja „Professional“ und „Classic“. Die neue Produktlinie sollte dieses Sortiment, das vor allem im gehobenen Kochbereich angesiedelt war, um eine extrem unkomplizierte, leicht zu montierende und einfach anzuwendende Variante abrunden: „BORA Basic lässt sich binnen weniger Minuten in jede Küche einbauen und ist sofort einsatzbereit.“ Das neue Kochfeld ist im Prinzip ein Komplettpaket für jede Küche, ob klein oder groß. Damit sind die Themen Kochen und Lüftung auf einen Satz erledigt.
Meine Aufgabe bei diesem Projekt war die Kreation alternativer Linienbezeichnungen passend zum Namenssystem sowie die semantisch und pragmatisch orientierte Analyse mehrerer infrage kommender Namensmöglichkeiten.
Hier noch zwei Bilder, wie die neue Produktlinie BORA Basic in Aktion aussieht:
Im Detail:
Wer Bora gerne erst mal im Netz und nicht gleich in Raubling bei Rosenheim besuchen möchte – hier finden Sie mehr dazu:
Hier hätte eigentlich ein Artikel zu den Hintergründen des neuen „Hello“ Namenssystems von Lindt stehen sollen.
Leider stellt sich die Situation bei Lindt problematisch dar. Nach einer Woche erhielt ich auf meine Anfrage hin unter anderem die Auskunft: „Informationsmaterial oder Bilder, die wir verschicken können, liegen uns allerdings nicht vor.“
Die freundliche Dame verweist auf die Facebook-Seite, wo sich (sehr geschickt!) unter dem angegebenen Link keinerlei annähernd passende Materialien finden lassen. Da ist folgender Satz dann auch eher beunruhigend: „Sollten Sie wieder einmal Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte erneut an uns. Wir sind immer gerne für Sie da.“ Man sollte sein Glück nicht herausfordern.
Soviel zu Social Media und Unternehmenskommunikation.
Die letzten Wochen war es öfter in der Presse: Wendelin Wiedeking eröffnet ein italienisches Lokal in Ludwigshafen. Interessant daran sind vor allem zwei Dinge: Das Konzept ähnelt dem bereits bestehender gehobener italienischer Schnellgastronomiebetriebe. Der zweite Punkt ist noch spannender: Der Name ähnelt(e) auch den entsprechenden bekannten Betrieben. Das „e“ hier ist eingeklammert, da sich beim Namen etwas verändert hat. Denn im Dezember war auch z.B. im xing Firmenaccount noch die Rede vom Namen:
Das änderte sich im Januar, und es wurde ein neuer, anderer Name für das Lokal bzw. die geplante Restaurantkette genannt:
Der Grund für Namensänderung ist wohl recht schlicht gewesen. Der ursprüngliche Name war doch recht nah am bereits bekannten Markennamen (für quasi identische Leistungen – das ist sehr wichtig), nämlich:
Vermutlich wurde hier einfach ein etwas heißer Reifen gefahren, denn sonst muss so etwas ja nicht unbedingt passieren. Und es zeigen sich natürlich zwei alte Weisheiten: Man hat selten alles im Griff, und vorher genau schauen ist immer gut. Dafür empfiehlt sich z.B. die Beratung durch einen erfahrenen und kompetenten Anwalt aus den Gebieten Wettbewerbs- und Markenrecht. Sicher auch nicht schlecht – ein Gespräch mit einem Namensexperten.
Sehr überraschend ist es immer, wenn man vertraute Markennamen in ganz anderem Kontext erlebt. So zum Beispiel in einem Artikel der FAZ, mit der Überschrift „Der besonders schöne Freisprecher“ und dem Untertitel „Das Audi Office von Invoxia für Musik und Telefonie.“ Wenn der Leser sich noch den Rubriktitel „Technik und Motor“ dazudenkt, dann ist wahrscheinlich nachvollziehbar, dass ich gleich an eine Freisprecheinrichtung von Audi dachte, z.B. von einem anderen Unternehmen für Audi produziert. Aber weit gefehlt.
Es handelt sich um eine stationäre Freisprechdockingstation von einer Firma namens Invoxia, primär gemacht für die Aufnahme von i-Phones. Hier ein Bild des in der Tat sehr ästhetischen Gerätes:
Vielen Dank für das Bildmaterial an Invoxia!
Interessant in diesem Zusammenhang wäre sicher die Auffassung der Audi AG, die ja im Besitz einer Vielzahl von Audi-Marken, auch für technische Geräte wie Freisprecheinrichtungen, ist, und ein klares Namenssystem etabliert hat.
Mehr Informationen zu Namensfindung und Markenentwicklung finden sie auf www.neue-namen.de.
Vielleicht bin ich nicht der einzige, der sich diese Frage immer wieder stellt: Wäre Windows Phone, das Betriebssystem von Microsoft für Handys, unter einem anderen Namen erfolgreicher? Würden Windows Smartphones unter anderem Label auf weniger Vorbehalte treffen? Um es ganz konkret zu formulieren: Welchen Nutzen zieht Microsoft daraus, dieses Softwareprodukt unter der Marke Windows zu vermarkten?
So etwas frage ich mich nach jedem Test, bei dem wieder festgestellt wird, dass Windows hervorragend funktioniert. Nur kaufen will es keiner. Die Kriterien für den Kauf eines Smartphones in den letzten Jahren haben sich verschoben. Ich spiele auf die Verfügbarkeit von gefühlten 10.000.000 Apps an, damit ein Betriebssystem ernstzunehmen ist. Eigentlich kurios, dass ein Smartphone nicht fertig gekauft wird, sondern erst durch die persönliche Konfiguration zum fertigen Produkt wird. Wobei die meisten individualisierten Smartphones einander am Ende dann wieder erschreckend gleichen.
Bis vor zwei Jahren hieß Windows Phone noch Windows Mobile. Eine Namensänderung, deren Hintergründe ich gerne wissen wollte. Warum wurde Mobile in Phone umbenannt, und warum läuft beides unter der Marke Windows? Ein Name, der bei manchen Menschen Erinnerungen an Patch Day, schwere Systemfehler oder Angstmacher wie Vista wachruft.
Leider wurde meine Anfrage an Microsoft mit einigen Fragen zum Thema negativ beschieden: „Microsoft hat zu dem Thema keine Informationen veröffentlicht.“ Dann soll sich einfach jeder selber etwas ausdenken.
Ich finde, es ist einige Gedanken wert, ob eine Namensänderung von Windows zu einem neuen Namen und einer neuen Marke hier sinnvoll (gewesen) wäre. Die Neugestaltung des Windows Logos für diesen Applikationsbereich deutet darauf hin, dass man bei Microsoft wohl teilweise solche Gedanken sehr gut nachvollziehen kann.
PS: Nie meine Intention, aber nun ganz passend zu lesen, dass Nokia die Lumias verramschen muss, da Windows Phone 7.5 nicht updatefähig auf die 8.0 Version ist. Vielleicht war ja Windows doch die ehrlichere Variante der Markierung, und nicht das Rebranding.
Wieder einmal Schokolade, aber diesmal ohne Sprechakt. Die internationale Verwendbarkeit von Namen ist ja oft thematisiert, und meist wird gewaltig aufgebauscht. So ist es in der wirklichen Welt eben kein Problem, wenn in Finnland Chips in der Megapussi Packung verkauft werden, oder die Telecom in Thailand ToT heißt. Sogar Gift-Sets von Hello Kitty oder Winnie Puh gehen in Deutschland ganz legal über die Ladentheke (Anzügliches wäre für den Disney Konzern sicher nicht so einfach mit dem Gewissen zu vereinbaren, aber Gift, das ist schon ok). Die Toleranz der Menschen ist erstaunlich groß. Oft. Nur ist sie leider schlecht kalkulierbar. Beim Phaeton waren sich alle einig, insbesondere die Presse, dass das gar nicht ginge. Naja.
Nun zu unserem Fall: Minor, eine Schweizer Schokoladenmarke, in Deutschland u.a. beim Drogeriemarkt Müller erhältlich.
Da die Packung auch für englischsprachige Märkte und den Vertrieb im entsprechenden Ausland ausgelegt ist, stellt sich die Frage: Wie geht das mit diesem Namen? Denn abgesehen von „Moll“, bedeutet Minor im Englischen hauptsächlich so etwas wie „kleiner, minder, unbedeutend, schlechter, minderjährig“. Alles nicht passend für eine eher hochwertige Schokolade. Da aber das Wörterbuch nur die eine Seite der Medaille ist, fragte ich meine Kollegen aus USA und England.
Hier das Fazit aus der realen Welt: Minor wäre ein besonders geeigneter Name für ein kleines, unscheinbares oder belangloses Produkt. Die spontanen Assoziationen kreisen vor allem um Jugendliche, die noch keinen Alkohol trinken dürfen (no alcohol sold to minors). Genausowenig passend. In dieser Einschätzung sind sich Weltmacht und ehemalige Kolonialmacht übrigens sogar einig.
Interessanterweise relativiert meine amerikanische Kollegin Laurel das Ergebnis noch: Natürlich kann man in den USA, wo auch Häagen Dasz erdacht wurde, außergewöhnliche Produkte (gerade aus dem Ausland) unter außergewöhnlichen Namen verkaufen. Es sollte sich aber um wirklich besondere, wohl auch besonders teure, Produkte handeln, bei denen der Namen mit einer sinnvollen Nischenvermarktung korreliert. Da das bei Minor auch nicht der Fall ist, wäre wohl für diese Märkte ein anderer Name tatsächlich die beste Lösung. Ob das über eine Namensagentur gelöst werden muss, ist wieder eine andere Frage, denn vielleicht sind im Unternehmen ja z.B. Vorratsmarken just für solche Anwendungen vorhanden.
Aus der Werkstatt der Namensagentur: Neuer Name für kontaktlose Bezahlfunktion der Öffentlichkeit vorgestellt:
Jetzt ist sie da: die neue kontaktlose elektronische Bezahlfunktion zur Verwendung auf Girokarten bzw. Smart Cards allgemein. In einem großflächigen Pilotprojekt wird die neue kontaktlose Bezahlfunktion ein Jahr lang bei über einer Million Verwendern getestet. Die neue Funktion girogo bietet eine attraktive und zukunftsweisende Option im Kleingeldbereich bis zu 20 Euro: kein Stecken der Karte mehr, kein Unterschreiben, einfach fix bezahlen.
Für die Kunden ist der Vorteil der neuen Bezahlfunktion schnell erlebbar: es muss nicht nach Kleingeld und auch nicht nach Karten gesucht werden, einfach die Karte an den Leser halten und fertig. So ergeben sich deutlich schnellere Bezahlvorgänge und kürzere Wartezeiten an der Kasse. Für die Geschäfte, die girogo akzeptieren, sind noch weitere Vorteile von Bedeutung: reduziertes Kleingeldaufkommen, das hohe Bewirtschaftungskosten verursacht sowie insgesamt geringere Ausgaben für das Bargeldhandling.
Der Name girogo, ein Projekt der Namensentwicklung Werner Brandl, integriert das Thema Zahlungsverkehr genauso wie die erhöhte Geschwindigkeit bzw. die Dynamik bei der Zahlung, was das charakteristische Merkmal im Gegensatz zu Steckkarten ist. Auch harmoniert der Name mit dem geläufigen Begriff „girocard“, kann aber genauso alleine stehen. Klar und zukunftssicher.