Großer Launch: Finanzmarke „girogo“ bundesweit

Der letzte Artikel zu girogo stellte die neue Finanzmarke vor, noch bevor sie in der Pilotregion eingeführt wurde. Nun, 2013 ist es Zeit für einen Nachtrag, denn der Rollout läuft auf vollen Touren. Bis 2015 werden zum Beispiel alle 45 Millionen Bankkarten der Sparkassen mit der neuen kontaktlosen Bezahlfunktion ausgerüstet sein. Zur Erinnerung noch mal das Logo:

Neue Finanzmarke girogo: Name und Logo
girogo Logo, © Euro Kartensysteme

Und ganz kurz noch mal, worum es geht, was girogo kann: Bezahlen im Kleingeldbereich bis zu 20 Euro ohne Stecken der Karte, ohne Unterschreiben, also unkompliziertes, schnelles Bezahlen. Für die Kunden sind die Vorteile klar: kein Suchen nach Kleingeld oder Karten, einfach die Karte mit girogo an den Leser halten und fertig. Also schneller Bezahlen und weniger Warten. Für die Geschäfte, die girogo akzeptieren, gibt es noch einen anderen gewichtigen Vorteil:  reduzierte Ausgaben für das Bargeldhandling.

Mehr Informationen findet man direkt auf der girogo Marken-Website.

PS: Wenn Sie sich fragen, warum die Marke hier vorgestellt wird? Ganz einfach, der Name stammt aus meiner Naming-Agentur, das Logo von meiner Partneragentur für Design und Logogestaltung, Meso in Frankfurt.

 

Mia san hier – Bairisch ist uns fremd – Nachtrag

Sensation: Bild gefunden! Der Nachtrag mit dem zweiten Bild zum Thema „Gruselbairisch“.

Es ist uns doch noch ein car2go Plakat von Daimler in München vor die Linse gekommen mit dem lustigen Slogan „Mia san hier“. Wie im letzten Post schon gesagt – ein Musterbeispiel für Bastardbairisch.

Das Plakat von car2go hat noch einen besonderen sprachlichen Bonuskick. Der Gestalter hat noch ein (eigenartig klein eingefügtes) „Servus München“ ins Plakat gemogelt. Na, was bedeutet das wohl? Genau, hier ist jemand gekommen, und jetzt verabschiedet er sich auch schon wieder. Zumindest ist das eine der beiden legitimen Interpretationen, und sicher die lustigere. Darauf ein herzhaftes oans, zwoa, gesuffa 😉

Und hier natürlich das Fotodokument zum Mobilitätsdienstleister:

Slogan „mia san hier“ von car2go in München
Ansicht auf der Litfaßsäule: „mia san hier“, © Werner Brandl

Kryptisch: HVB TrendProtect Police VIII

Da es thematisch gut zum letzten Post passt, hier ein Produkt der HVB, das aktiv als Altersvorsorgeprodukt beworben wird. Es hört auf den kryptischen Namen:

 

Wieso ein Lebensversicherungsprodukt bzw. eine Rentenversicherung unter so einem Namen vermarktet wird? Wer hier wovor oder vor wem oder was geschützt wird? Wer weiß das schon … Ebenso erstaunlich, dass man bei diesem Produkt über die Lebensversicherung eine Inhaberschuldverschreibung der Bank kauft. So etwas könnte man auch günstiger und rentierlicher bekommen …

Vielleicht soll der bemerkenswert sperrige Name ja diese „trendige“ Konstruktion unterstreichen.

Für Brancheninteressierte gibt es hier ein paar Beispiele leichter lesbarer Namen ;-).

 

Der Fleischkongress – eigentlich ein ehrlicher Name

Ich bin ja ein großer Freund zugänglicher deutscher Namen. Ein wenig ins Stutzen kam ich aber, als ich eine Einladung zum „Fleischkongress“ erhielt. Der Name lässt nichts aus: Kernthema, Sinn und Zweck, alles lässt sich herleiten. Der Name verfügt sogar über eine (sonst meist ja tolle) innere Spannung, denn hier sind zwei Begriffe zusammengespannt, denen man in freier Wildbahn nur getrennt begegnet. Und dennoch, richtige Begeisterung will sich nicht einstellen. Das Gefühl ist halt einfach dagegen.

Name Fleischkongress

PS: Weitere ehrliche deutsche Namen, die den Kopf überzeugen, aber den Bauch zögern lassen, denn sie sind richtig, aber nicht richtig schön: gelebte Jeans, Fransenhülle und Heimarbeit.

 

Vialino – Tialini – Vapiano: zu ähnliche Namen?

Die letzten Wochen war es öfter in der Presse: Wendelin Wiedeking eröffnet ein italienisches Lokal in Ludwigshafen. Interessant daran sind vor allem zwei Dinge: Das Konzept ähnelt dem bereits bestehender gehobener italienischer Schnellgastronomiebetriebe. Der zweite Punkt ist noch spannender: Der Name ähnelt(e) auch den entsprechenden bekannten Betrieben. Das „e“ hier ist eingeklammert, da sich beim Namen etwas verändert hat. Denn im Dezember war auch z.B. im xing Firmenaccount noch die Rede vom Namen:

Der Name VIALINO - ausgeschrieben in Druckbuchstaben

Das änderte sich im Januar, und es wurde ein neuer, anderer Name für das Lokal bzw. die geplante Restaurantkette genannt:

Der Name tialini - ausgeschrieben in Druckbuchstaben

Der Grund für Namensänderung ist wohl recht schlicht gewesen. Der ursprüngliche Name war doch recht nah am bereits bekannten Markennamen (für quasi identische Leistungen – das ist sehr wichtig), nämlich:

Der Name VAPIANO - ausgeschrieben in Druckbuchstaben

Vermutlich wurde hier einfach ein etwas heißer Reifen gefahren, denn sonst muss so etwas ja nicht unbedingt passieren. Und es zeigen sich natürlich zwei alte Weisheiten: Man hat selten alles im Griff, und vorher genau schauen ist immer gut. Dafür empfiehlt sich z.B. die Beratung durch einen erfahrenen und kompetenten Anwalt aus den Gebieten Wettbewerbs- und Markenrecht. Sicher auch nicht schlecht – ein Gespräch mit einem Namensexperten.

 

Serviceplan Facit – Die Made der Innovation. Greislich.

Deutsch und Englisch – wann was?

Auf einer Tagung. Stände verschiedener Dienstleister sind aufgebaut. Marktforscher, Verleger, Personalvermittler. Auf einem der Stände liegen lustige Flyer aus. Darauf steht: Made der Innovationstreiber. Nicht so richtig anziehend. Da ich berufsbedingt notorisch neugierig bin und gerne analysiere, habe ich natürlich gleich die Auflösung im Kopf: eine quasi subkutane Analysemethode, die das Innerste herausarbeitet und dann am Ende die Verwandlung in eine perfekte Innovation. Zugegeben, man muss sich schon etwas bemühen, um auf eine solche Auflösung zu kommen.

Der Abgleich mit den Unternehmensbotschafterinnen von Facit offenbart dann eine viel unspektakulärere Auflösung, und viel weniger Wagemut als vielmehr eigenwillige Kommunikation: Man muss es anders lesen. „Made“ ist nicht Deutsch, sondern Englisch, „der Innovationstreiber“ ist natürlich Deutsch. Warum man der kleinen Made dann nicht wenigstens ein Komma zur Abgrenzung spendiert hat, bleibt wohl das Geheimnis der Verantwortlichen.

Es spricht natürlich nichts dagegen, englische Begriffe auch in deutschem Sprachkontext zu verwenden, aber eine verständliche Kommunikation ist auch heute immer noch sinnvoll. Finde zumindest ich.

PS: Geht es nicht auch eigentlich um “make” statt “made”?

 

Hallo neue Marke: „girogo“ – schnell und sicher bezahlen

Aus der Werkstatt der Namensagentur: Neuer Name für kontaktlose Bezahlfunktion der Öffentlichkeit vorgestellt:

girogo Bezahlsystem - Name und Logo
© EURO Kartensysteme

Jetzt ist sie da: die neue kontaktlose elektronische Bezahlfunktion zur Verwendung auf Girokarten bzw. Smart Cards allgemein. In einem großflächigen Pilotprojekt wird die neue kontaktlose Bezahlfunktion ein Jahr lang bei über einer Million Verwendern getestet. Die neue Funktion girogo bietet eine attraktive und zukunftsweisende Option im Kleingeldbereich bis zu 20 Euro: kein Stecken der Karte mehr, kein Unterschreiben, einfach fix bezahlen.

Für die Kunden ist der Vorteil der neuen Bezahlfunktion schnell erlebbar: man muss nicht nach Kleingeld und auch nicht nach Karten suchen – einfach die Karte an den Leser halten und fertig! So ergeben sich deutlich schnellere Bezahlvorgänge und kürzere Wartezeiten an der Kasse. Für die Geschäfte, die girogo akzeptieren, sind noch weitere Vorteile von Bedeutung: reduziertes Kleingeldaufkommen, das hohe Bewirtschaftungskosten verursacht sowie insgesamt geringere Ausgaben für das Bargeldhandling.

Der Name girogo ist ein Projekt der Namensentwicklung Werner Brandl. Er integriert das Thema Zahlungsverkehr genauso wie die erhöhte Geschwindigkeit bzw. die Dynamik bei der Zahlung. Dies ist das charakteristische Merkmal im Gegensatz zu Steckkarten. Auch harmoniert der Name mit dem geläufigen Begriff „girocard“. Er kann aber genauso alleine stehen, klar und zukunftssicher. Vielen Dank für das Bild an die EURO Kartensysteme in Frankfurt!

Weitere eigene Projekte im Finanzbereich von mir finden Sie hier: KartenRegie für die DZ Bank, GenerationenDepot für die Versicherungskammer Bayern und Lebensversicherungsoptionen. Verschiedene Produkte, dasselbe Ziel: ein selbsterklärender Name.

 

Namensfindung Versicherung: Neu, selbst erklärend und attraktiv

Vor gut einem Jahr kam ein Kunde auf mich zu, der einen Namen für ein neues Finanzprodukt suchte. Den Kunden kannte ich gut, die Versicherungskammer Bayern. Das Produkt nicht, es war ja auch eine Innovation. Wesen und Nutzen waren allerdings klar. Die Basis für die Namensfindung gelegt.

Ein gutes Jahr später ist die neue Kapitalversicherung, die besonders für das steueroptimierte Vererben größerer Beträge geeignet ist, auf dem Markt. Unter dem Produktnamen „GenerationenDepot“. Muss man nicht viel erklären, oder? Die Namensfindung war nicht einfach gewesen, denn der Name sollte ja nicht nur attraktiv und selbst erklärend sein. Die Domains sollten auch frei sein. Voilà. Hier geht’s zum Produkt bei der Versicherungskammer.

Neuer Produktname: Namensfindung für Versicherung
Vielen Dank für das Bildmaterial an die VKB!

Weitere eigene Projekte, bei denen in sehr verschiedenen Branchen ein selbsterklärender Name für ein komplexes Produkt gesucht wurde: KartenRegie für DZ Bank, Testo Instruments und Data2Action bei Knorr-Bremse.

 

Naming bei Zugnamen in Österreich – Werbeworte statt Orte

Immer wieder beim Besuch im Nachbarland Österreich fällt einem Erstaunliches auf. Zum Beispiel die Produktnamen von Telering sind wirklich denkwürdig und wären in der deutschen Mobilfunkwüste eine wahre Oase. Es gibt aber auch erstaunliche, im Sinne von „eigenartige“, Beispiele für kommerzielles Naming. Konkret: Wer erinnert sich noch an die Umbenennung der deutschen Züge? Plötzlich hieß Heinrich Mercator nicht mehr Heinrich Mercator, sondern Günzburg. So ähnlich wie bei der Lufthansa, die war wohl das Vorbild. In Österreich haben die Züge auch Namen. Richtig denkwürdige Namen, die wohl in einem Verkaufs- oder Auktionsverfahren ermittelt werden. Beispiele gefällig? Here we go:

ÖBB IC 542 Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang
ÖBB IC 515 AFS Austauschprogramme
PBB IC 732 Kelag Energie Express
ÖBB IC 691 Bildungsmessen.at
ÖBB EC 536 Jacques Lemans
ÖBB EC 790 Hermann Gmeiner
ÖBB EC 531 Stadttheater Klagenfurt
ÖBB IC 693 betriebliche-altersvorsorge.at

Die Bandbreite ist also groß: von SOS Kinderdorfgründern über Uhrenmarken bis zu Skigebieten und Websites ist alles möglich. Andere, wie der ÖBB IC 534 haben keinen Namen, da steht dann halt nix.

Eine lustige Sache. Da könnte die Deutsche Bahn sich noch eine Scheibe abschneiden. Ich weiß allerdings nicht, in welchem Turnus die Namen vergeben werden bzw. gültig sind. Wahrscheinlich ist es einfach so wie bei den deutschen Fußballstadien.