Manchmal muss man einfach umbenennen. Das ist ein hoher Aufwand, und es ist definitiv nicht das, was man jeden Tag machen mag, aber es kann tatsächlich notwendig sein. Dann muss man einen neuen, einen besseren Namen finden, der für das Veränderte oder das angestrebte Neue passt. Schauen wir uns so eine Situation mal exemplarisch an. Unser Exempel soll etwas sein, das jeder kennt, und zu dem jeder eine Meinung hat. Es ist die Bundeswehr:
Alkoholkrank, aber heroinsüchtig? Drogen, Sucht und feine Unterschiede
Alkoholkrank oder alkoholabhängig? Heroinabhängig oder heroinkrank? Oder einfach süchtig? Sie wundern sich vielleicht und sagen „alles nicht prickelnd“. Ja, stimmt, aber bei näherem Blick wird hier mit wenigen Worten etwas ganz anderes gesagt: sehr viel über das Verhältnis unserer Gesellschaft zu unterschiedlichen Drogen.
Platzhirsch Alkohol
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Das Tempolimit – die Lösung ist so einfach
Das Tempolimit, die arme Sau. Unsere Zeit hat viele ungeliebte Begriffe: Wärmepumpe, Energieeffizienz, Klimakleber, CO2, Klimaerwärmung. Der mit den wenigsten Freunden (oder zumindest denen, die am lautesten schreien) ist aber definitiv das Tempolimit. Und das zu Recht.
Kurz zu den Fakten: Eine Beschränkung der Geschwindigkeit auf deutschen Autobahnen auf 100 km/h hätte folgende Auswirkungen:
- Längere Reisezeiten, was aber nach Größenvergleich USA-D tragbar erscheint
- Weniger Unfälle
- Ca. 30% weniger Spritverbrauch und analog auch CO2-Ausstoß
- Niedrigere Spritkosten, wiederum ca. 30% für die Autofahrer
- Entspannteres und stressfreies Reisen
- Gravierendste Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit
Mehr dazu findet man hier. Fun Fact: Führen alle nur noch Tempo 100 auf der Autobahn, hätte das den Effekt enorm vieler ausgetauschter Heizungen. Aber natürlich um den Preis des volkswirtschaftlichen Suizids: keine neuen Autos, keine neuen Heizungen, kein Verschrotten, weniger Benzin. Die Leute hätten auch noch einfach mehr Geld. Manche aber auch keine Arbeit mehr. Geht so nicht. Neben diesem wirklich guten Grund gibt es noch ein anderes Hemmnis für die Sache: Nein, nicht die FDP, nicht der ADAC, es ist unsere Sprache. Eine Umbenennung wäre der Schlüssel. „Das Tempolimit – die Lösung ist so einfach“ weiterlesen
Was ist ein Strohschwein?
Bis vor ein paar Jahren gab es keine Strohschweine. Zumal man Schweine ja eher mit Erde und Suhle in Verbindung gebracht hätte als mit sprödem Stroh. Ganz früher gab es Wiesenschweine, ist aber schon sehr lang her.

Seit einiger Zeit werden die Strohschweine immer mehr, „Was ist ein Strohschwein?“ weiterlesen
Femizid – kryptisch oder / und drastisch?
Wie nennt man das Töten von Frauen?
Viel war es die letzten Wochen und Monate in der Presse, und es ist leider immer gleich aktuell, immer gleich schlimm: Das Töten von Frauen, bevorzugt durch Ihre Partner oder Ehemänner. Über die Grausamkeit, Dummheit und Verwerflichkeit dieser Taten möchte ich gar nicht schreiben, aber über das Sprechen darüber. Denn das Sprechen vermittelt die Haltung dahinter – und es beeinflusst unsere Gefühle dazu.
Deshalb die Frage: Warum spricht man in arrivierten Medien von Femizid? „Femizid – kryptisch oder / und drastisch?“ weiterlesen
Das Wunder der Steaknamen
Preisfrage: Wofür zahlen Sie mehr?
Für ein Stückerl vom Kronfleisch oder für ein Skirt Steak?
Für einen Bauchlappen oder für ein Flank Steak?
Für die Rinderrippe oder das Beef Rib?

Wie Sprache unser Bild von der Welt formt: Restmüll vs. Landfill
Wie wir die Welt in Sprache wiedergeben, beschreibt sowohl unser Verhältnis zu ihr, wie es auch unser Handeln beeinflusst. Ich habe das schon mal am Beispiel der Häschen zum Streicheln oder als Schlangenfutter, am Tempolimit und auch am Glutamat dargestellt. Sehr praktische Auswirkungen hat dies in einem sensiblen Bereich, der unser Verhältnis zur Umwelt und unserem Konsumverhalten glasklar reflektiert: Abfallbezeichnungen. „Wie Sprache unser Bild von der Welt formt: Restmüll vs. Landfill“ weiterlesen
25 Wege Besprechungsräume zu benennen
Besprechungsräume, Namenssysteme, unendliche Möglichkeiten
Erinnert sich noch jemand an den Besprechungsraum, auch gern bezeichnet als Konferenzraum? Das gab es vor Corona. Das waren Räume, in denen man sehr viel Zeit mit anderen Menschen verbracht hat, sich oft gewünscht hat, woanders zu sein, und man nicht parallel die Ebayangebote durchschauen oder aufräumen konnte. Klingt komisch? War es manchmal auch. Es gab sogar Tendenzen, die Meetings, die in diesen Räumen stattfanden, zu reduzieren, „25 Wege Besprechungsräume zu benennen“ weiterlesen
Wie aus Kämpfern Schluffis wurden
Ändert der Name die Haltung zu etwas? Definitiv. Denken Sie an die kleinen Häschen und die zwei Bezeichnungen dafür:

Soll man Dinge beim Namen nennen oder nicht? Es macht vieles klarer, und wohl deshalb gibt es eine Beschönigungstendenz bei harten / unangenehmen Worten. Sonst gäbe es ja auch den Euphemismus gar nicht 😉 „Wie aus Kämpfern Schluffis wurden“ weiterlesen
Ein Riesenmissverständnis: Die Altkatholiken
Durch einen Beitrag im Deutschlandfunk und durch die Dauerkrise der Katholischen Kirche bin ich auf ein religiöses Thema gestoßen. Die Altkatholische Kirche bzw. die Altkatholiken: Jeder hat den Namen schon einmal gehört, kaum einer hat eine Vorstellung, was das ist. Auf jeden Fall ein Namensproblem.
Auf den ersten Blick klingt altkatholisch – „Ein Riesenmissverständnis: Die Altkatholiken“ weiterlesen
